Für politische Bilder*innen
E-Learning-Phase
Dauer: 4–5 Stunden
Modul 1
Persönlicher Bezug
Interaktiver Einstieg, bei dem Sie ihre persönlichen Bezüge, Erfahrungen und Motivationen einbringen.
Modul 2
Geschichte des Antisemitismus
Das Modul vermittelt Ihnen einen historischen Überblick über Antisemitismus und zeigt die zentralen Transformationsprozesse antisemitischer Bilder und Topoi auf. Es spannt den Bogen vom christlichen Antijudaismus über den modernen Antisemitismus bis 1945 und macht deren historische Kontinuitäten und Veränderungen sichtbar.
Modul 3
Antisemitismus nach 1945
Das Modul stellt Erscheinungsformen von aktuellem Antisemitismus vor, insbesondere den sekundären und den israelbezogenen Antisemitismus. Anhand empirischer Fallbeispiele erkennen Sie deren konkretes Auftreten sowie zugrundliegende Dynamiken.
Modul 4
Verbreitung von Antisemitismus
Das Modul gibt Ihnen einen Überblick über die Verbreitung von Antisemitismus in Deutschland. Wir möchten Sie zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Daten der Einstellungsforschung, der Straftatenstatistiken und dem zivilgesellschaftlichen Monitoring anregen. Zugleich richtet das Modul den Blick auf die Perspektiven und Erfahrungen von Betroffenen, um die Auswirkungen von Antisemitismus im Alltag sichtbar zu machen.
Modul 5
Abschluss
Das Modul dient der Vorbereitung auf die Präsenzphase. Es werden wichtige Erkenntnisse gesichert und offene Fragen identifiziert.
Präsenzphase
Modul 1
Biografische Reflexion und Traditionslinien
Im Modul thematisieren wir, wie individuelle Erfahrungen, Prägungen und biografische Hintergründe das persönliche Verständnis von und den Umgang mit Antisemitismus beeinflussen. Gleichzeitig zeigen wir Traditionslinien im Umgang mit Antisemitismus auf, die eine gesellschaftliche Auseinandersetzung erschweren.
Modul 2
Gefühlserbschaften im Kontext von Shoah und Nationalsozialismus
Das Modul beleuchtet, wie die Verbrechen des Nationalsozialismus und die Shoah langfristig emotional und gesellschaftlich nachwirken. Und welche Folgen solche Gefühlserbschaften auf den heutigen Umgang mit Antisemitismus haben (können).
Modul 3
Historische Antisemitismusdebatten der Bundesrepublik Deutschland
Das Modul beschäftigt sich mit zentralen Antisemitismus-Debatten der Bundesrepublik. Anhand ausgewählter historischer Fallbeispiele erfahren Sie, wie sich die Folgen von Shoah und Nationalsozialismus darin widerspiegeln und inwiefern Parallelen und Kontinuitäten zu aktuellen Diskussionen bestehen.
Modul 4
Antisemitismusdefinitionen in Theorie & Praxis
Das Modul führt in verschiedene Definitionen von Antisemitismus ein. Sie erkunden Begriffe und Zugänge und erschließen sich, wie Antisemitismus funktioniert und welche Mechanismen ihm zugrunde liegen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Debatte um die IHRA- und die JDA-Definition. In Gruppenarbeiten setzen Sie sich anhand von Fallbeispielen mit Gemeinsamkeiten, Unterschieden, Leerstellen und Schwächen beider Begriffsbestimmungen auseinander.
Modul 5
Zum Verhältnis von Antisemitismus und Rassismus
Das Modul thematisiert Parallelen sowie historische, gesellschaftliche und strukturelle Besonderheiten beider Phänomene. Im Fokus stehen zudem Herausforderungen ihrer Thematisierung, etwa Formen von Erinnerungskonkurrenz, sowie mögliche Instrumentalisierungen in der Auseinandersetzung. Ziel ist es, ein reflektiertes, differenziertes Verständnis beider Diskriminierungsformen zu entwickeln und Ansatzpunkte für eine rassismussensible Antisemitismuskritik und eine antisemitismussensible Rassismuskritik zu finden.
E-Learning-Phase
Dauer: 2–3 Stunden
Modul 1
Lebensrealitäten und Identitäten von Jüdinnen*Juden in Deutschland
Das Modul vermittelt Einblicke in die vielfältigen Lebensrealitäten und Identitäten von Jüdinnen*Juden in Deutschland. Es zeigt unterschiedliche Erfahrungen und Selbstverständnisse auf und macht sichtbar, wie heterogen jüdisches Leben ist.
Modul 2
Institutioneller Antisemitismus
Das Modul thematisiert Antisemitismus als institutionell und strukturell wirksame Form von Diskriminierung. Es beleuchtet, wie Routinen, Regelungen und alltägliche Praktiken in Institutionen dazu beitragen können, Jüdinnen*Juden zu benachteiligen, auszuschließen oder unsichtbar zu machen. Ziel ist es, institutionelle Verantwortung in den Blick zu nehmen und einen reflektierten Umgang mit antisemitismuskritischen Fragen in organisationalen Kontexten zu fördern.
Modul 3
Antisemitismus und AGG
Das Modul führt in die Bedeutung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) für die Auseinandersetzung mit Antisemitismus ein. Es beleuchtet rechtliche Anwendungsmöglichkeiten, praktische Schwierigkeiten und bestehende Regelungslücken. Ziel ist es, ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie rechtliche Instrumente zur Bekämpfung von Antisemitismus beitragen können und wo ihre Grenzen in der Praxis liegen.
Präsenzphase
Modul 1
Standards der Beratung & Best Practices
Das Modul erörtert Standards einer antisemitismuskritischen Beratung und zeigt auf, was in herausfordernden Situationen zu beachten ist. Gemeinsam reflektieren Sie Fragen der beraterischen Haltung und setzen sich kritisch mit der eigenen Rolle und gesellschaftlichen Position als Berater*in auseinander.
Modul 2
Rechtliche Grundlagen
Das Modul gibt Ihnen einen Überblick über rechtliche Grundlagen, die für den Umgang mit Antisemitismus relevant sein können. Behandelt werden unter anderem das Grundgesetz, Landesverfassungen, AGG, Arbeitsrecht, Antidiskriminierungssatzungen, Hausrecht und Strafrecht. Ziel ist es, ein grundlegendes Verständnis dafür zu entwickeln, welche rechtlichen Handlungsmöglichkeiten bestehen.
Modul 3
Fallanalyse
Das Modul vertieft die erarbeiteten Inhalte anhand realer Fallbeispiele aus der Beratungspraxis. Sie üben, antisemitismuskritische Beratungsstandards und rechtliche Grundlagen auf konkrete Situationen zu beziehen, Handlungsoptionen zu entwickeln und Herausforderungen sowie Grenzen im Beratungsprozess kritisch zu reflektieren.
Teile der Vertiefung werden von unserem Partner Bildungsstätte Anne Frank gestaltet.






